Alle acht Sekunden ist im Vestfjord eine Explosion zu hören – ohne Unterbrechung, Tag und Nacht. Die Explosionen hören nur auf, wenn das Wetter schlecht ist oder wenn bei den seismischen Untersuchungen technische Probleme auftreten.

Diese Untersuchungen finden seit Ende April etwa 200 bis 300 km südwestlich von hier in den Traenabanken statt und werden den ganzen Sommer über bis zum 31. Oktober andauern. Sie können die Untersuchungen hier verfolgen: www.npd.no

Diese Geräusche sind seit 2010 zu hören, und es scheint, als hätten sie seit Beginn an Dauer und Lautstärke zugenommen. 

Wale können diese Geräusche hören und wenn sie zu seher in der Nähe, können sie dadurch verletzt werden.  

In der Tonaufnahme hören Sie ebenfalls zwei Pottwale klicken. Bitte bedenken Sie, dass sich die Pottwale näher am Hydrophon befanden als die Luftdruckpatronen der seismischen Untersuchungen. (Pottwale haben eine Grundfrequenz von 220 dB, Druckpatronen von etwa 260 dB!)

Darüber hinaus scheint es, als fänden entlang der Küste militärische Aktivitäten statt; im Vestfjord wurden Schiffe und U-Boote gesichtet.

Der Vestfjord ist voller Plankton, und nun ziehen auch die Markelenschwärme in den Fjord ein.

Seit 2007 begegneten wir jedes Jahr zu unserer Sommerstudien Grindwalen, die sich Ende May und Anfang Juni oftmals in sehr großen Gruppen (sog. Superpods) im Vestfjord versammelten. Zudem sahen wir viele durchziehende Buckel- und Finwale, vereinzelt auch Pott- und Zwergwale im Vestfjord. Zusammen mit den Markelen und den Grindwalen beobachteten wir oft auch Atlantische Weißseitendelfine.

In diesem Jahr begannen wir Ende April (30.04.2016) mit unserer Feldarbeit, und es gab viele schöne Tage, an denen das Meer ruhig und flach war. Oft hielten wir täglich mehr als 10 Stunden lang Ausschau nach den Tieren…

Bislang haben wir lediglich ein paar Schweinswale gesehen, die hier als ansässige Population leben, sowie vier verschiedene Gruppen von Schwertwalen, die entlang der Küste auf Fischjagd waren. 

Die inneren Regionen des Vestfjords blieben still und verlassen; nicht einmal Seevögel waren zu sehen. Es ist menschenleer. Selbst die Walfänger beklagten sich und fahren nun weiter nach Norden bis nach Spitzbergen, um Wale zu jagen.

Was ist passiert? Alles, was wir im Vestfjord hören können, sind diese Explosionen. Haben sie die Wale verscheucht?

Weiter nördlich im Andfjord wurden Grindwale gesichtet, ebenso am südlichen Ende von Troms in einem tiefen Fjord. Dort ist es wesentlich ruhiger, und Tintenfische dürften in beiden Fjordsystemen reichlich vorkommen.

Was ist mit den Seevögeln? Wo sind sie hin? Hat der Klimawandel die Zugwege der Vögel beeinflusst oder sind sie verschwunden?

Während wir die Suche auf den Lofoten und im Vestfjord fortsetzen, stellen sich zahlreiche Fragen. 

Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung und darum, uns Sichtungen von Walen und Delfinen entlang der norwegischen Küste zu melden. Bitte senden Sie uns Fotos oder Videoaufnahmen. Gemeinsam können wir herausfinden, wo sich die Tiere aufhalten.

Danke!
Heike

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